Winterquappen

Der Winter ist die Jahreszeit, in der es anglerisch eher ruhig zugeht. Die Fische fahren, je kälter es ist, ihren Stoffwechsel komplett nach unten und verharren in einer Art Ruhezustand. Was klar ist, das sie nun viel weniger Energie freisetzen können, sich daher kaum bewegen und dementsprechend weniger Nahrung benötigen. In unseren Flüssen ist aber eine Fischart heimisch, die dies komplett auf den Kopf stellt und von daher im Winter anglerisch total interessant ist. Die Quappe.

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Erst wenn es draußen knackig kalte Miniurgrade entwickelt, kommt diese Fischart so richtig in Fahrt und läuft auf Hochtouren. Im Sommer fängt man sie fast gar nicht gezielt. Dabei ist das nicht die einzige Besonderheit dieser spannenden Fischart. Die Quappe gehört zur Artengruppe der Dorschartigen und stammt von daher von Salzwasserfischen ab. Obwohl sie im Süßwasser lebt, verhält sie sich aber ähnlich wie die Küstenleoparden. Diese ziehen auch zur kalten Jahreshälfte nachts auf flache Strände und laichen in der kalten Jahreszeit. Ich habe mich daher letzte Woche einen Abend auf diese interessante und besondere Fischart spezialisiert und bin zu einem Seitenarm der Mittelelbe gefahren. Um die Chance auf einen Quappenbiss zu erhöhen, fischte ich an einem Wehr. Dies stelle eine natürliche Barriere auf den teils langen Wanderwegen der Fische dar und lässt sie damit ansammeln.

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Hier ist es nun wichtig, bis auf den Einbruch der Dunkelheit zu warten. Denn erst dann werden die Quappen aktiv und gehen auf Nahrungssuche.

Der Ansitz mit herkömmlichen Teleruten, ist die affektivste Technik. Mit einer Grundmontage werden am Boden des Flusses, am besten Tauwürmer oder ein Fischfetzen platziert. Am besten zieht man den Wurm mit einer Nadel auf Haken und Vorfach. So lässt er sich nicht von Kaulbarschen abfressen.

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Die Ruten werden steil und auf Spannung am Ufer oder von Brücken angestellt und an der Spitze mit einem Glöckchen versehen. Dann heißt es warten!

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Erfahrene Quappenangler berichten von Fängen, die ab dem Beginn der Dunkelheit einsetzen. Die heiße Phase erstreckt sich meist von der Dämmerung bis in die ersten beiden Nachtstunden. Also dann, wenn die Fische mit dem ziehen und fressen beginnen. Wir hatten bei unserem Versuch das Glück zumindest ein kleines Exemplar dingfest zu machen und einen weiteren Biss zu verpassen.

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Frostnächste sind fängiger als laue. Aber noch ist Quappenzeit. Also dann. Petri Heil.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

Kommentare (1)

  1. Eine nette Idee im Winter Quappen zu angeln. Doch leider sind sie bei uns in NRW ganzjährig geschützt.

    Vielleicht mache ich mich trotzdem mal auf den Weg in ein anderes Bundesland. Sonst komme ich gar nicht mehr dazu angeln zu fahren :-)

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