Unbeständiger Sommer

Dieser Sommer ist schon sehr merkwürdig. Möglich, dass es am Schaltjahr liegt. Jedenfalls ist das ständig wechselnde Wetter eine Sache, die die Fische auch recht unbeständig beißen lässt. Besonders schlimm waren die fast täglich über uns hinwegrollenden Gewitter. Steht ein solches am Himmel, fällt der Luftdruck rapide ab und es entsteht eine Verschlechterung der Sauerstoff-Verteilung im Gewässer. Ergo werden die Fische lethargisch und sind dann auch kaum für unsere Köder zu begeistern. Besonders Zander sind sehr wetterfühlig und streiken selbst an trüben Top-Gewässern komplett, wenn die dunkle Wand angerollt kommt.

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In den schönen Zwischenphasen, oder auch an Tagen an der mal keine Gewitterwand über uns steht, beißen sie dann aber umso besser, wie ich jüngst an einem Abend an der Elbe bei Havelberg feststellen konnte.

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Daher ist es wichtig, sich Tage mit beständiger Wetterlage für eine Tour auszuwählen. Auffällig ist diesen Sommer auch, dass nicht die tiefen Plätze die Fische bringen, sondern die flachen Stromkanten von unspektakulären Buhnen.

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Im trüben Wasser stehen lichtscheue Zander selbst bei strahlendem Sonnenschein auf ca. 2 bis 3 Metern Tiefe und reagieren dort sogar in ihrer passiven Phase auf einen angebotenen Gummiköder.

Selbst ein 16cm Megakauli von Zanderkant wird dann von Mittfünfziger Fischen aufs Korn genommen.

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Aber nicht nur die Elbe, sondern auch die Oder lief gut. Ich erforsche immer gern neue Reviere, wenn ich Potenzial in ihnen sehe. Dabei geht es mir nicht um das Nachstellen eines großen Fisches, sondern darum meinen Zielfisch auch dort souverän stellen zu können. Also die Art, dort zu fangen. Der Große wäre dann nur Bonus und ist immer eine Mischung aus Glück und Fleiß.

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An der Oder habe ich mir eine Strecke mit Buhnenfeldern gesucht, die ich noch nie zuvor befischt hatte. Dieser Fluss ist anders. Mehr Sandbänke, andere Buhnenstrukturen. Doch ich kenne den Charakter des Zanders und habe meine Erfahrungen von Elbe und Rhein einfach auf diesen Fluss übertragen und gleich beim ersten Versuch Erfolg, der sich beim zweiten Fortsetze. Zwei abendliche Touren brachten mir 3 Zander und meinen ersten Oderhecht.

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Auch hier waren es wieder die Stromkanten recht flacher Buhnen, die auf den Abend die Bisse brachten. Dieses Beispiel zeigte auch mir wieder eindrucksvoll auf, dass das Wissen um den Zielfisch entscheidend ist, nicht das genaue Gewässer.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

Kommentare (2)

  1. Zimmermann Rene 20. Juli 2016 @ 8:47

    Sebastian, wo kann man mit Dir eine Tour auf der Bleilochtalsperre buchen? Würde gern etwas lernen. Die Kosten sind mir das auf jeden Fall wert. Würde mich sehr über eine PN freuen.
    Gruß Rene

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  2. Das Wetter macht, was es will. Als wäre der gesamte Sommer ein einziger April !

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