Ultraleicht durch den April

Der April ist schon ein sehr besonderer Monat. In jedem Jahr läutet er das Erwachen der Natur aus ihrem kargen, grauen Winterschlaf ein. Die Hechte laichen platschend in den Schilfgürteln, andere Fischarten werden bewegungsfreudig. An einem kleinen Flüsschen in Mecklenburg startete ich mit Peter Rinow einen verspäteten Osterspaziergang, Anfang April.

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Ausgerüstet mit leichten Spinnruten fischten wir mit halben Tauwürmern am Drop-Shot-Rig und mit 3,5 cm kleinen Gummifischen. Gerade im ganz zeitigen Frühjahr, wo die Bäume noch kein grün schmückt und die ersten Weidenkätzchen sprießen, sind diese Kleinstköder und vor allem Würmer am leichten Gerät und langsam präsentiert, unschlagbar. Peter stand gleich beim zweiten Wurf im Drill.

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Barsche waren das Ziel unserer Tour und Peter hatte mit der Wahl des Gewässers und des Angelplatzes genau den richtigen Riecher, wie dieser feiste Stachelritter beweist.

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Der kleine Naturköder, der langsam und dicht am Grund Stück für Stück versetzt wird, scheint die gestreiften Räuber so richtig wach zu machen. Die Größe kann sich ebenfalls sehen lassen.

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Seine Montage ist einfach, aber sehr effektiv. Ein 20g Birnenblei. Darüber ein 0/6 er Einzelhaken, der in die Schnur gebunden wird und mit einem halben Tauwurm bestückt ist. Das lässt Aprilbarsche austicken!

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Ich hingegen setze zuerst auf einen 9cm Gmmifisch am 7g Köpfchen, musste aber nach wenigen Würfen feststellen, dass dieser Happen wohl aktuell noch zu deftig für die erwachenden Fische ist.
Also wechselte ich auf einen ultraleichten Minigummifisch in nur 3,5cm Länge und hatte schon nach dem zweiten Wurf Erfolg.

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Ich hatte im Vergleich zu Peters Killermontage deutlich weniger Kontakte und Bisse. Doch am Ende des gelungenen Angeltages stellte sich heraus, dass ich mit dem Kunstköder die deutlich besseren Barsche überlisten konnte. Wahrscheinlich auch, weil die kleineren Exemplare viel schneller an Peters Wurm waren und sich nicht für meinen kleinen Rippleshad interessierten. So fischte ich selektiver und wurde am Ende noch mit einem richtig tollen Stachelritter belohnt.

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Der Wurm am Drop-Shot oder Carolina-Rig ist übrigens eine tolle Sache, um auf Barsche mit der Spinnrute zu fischen, wenn Kunstköder noch bis Mai oder Juni verboten sind. Das könnte an diesen Gewässern auf jeden Fall suchtlindernd wirken und die Wartezeit auf den Saisonstart verkürzen. 

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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