Ran ans Küstensilber!

Durch den kalten März etwas verspätet als gewohnt, läuft jetzt endlich die Meerforelle an der Ostseeküste zur Hochform auf. Besonders zur Morgen- und Abenddämmerung stehen aktuell die Chancen am besten eine der begehrten Salmoniden beim Watangeln zu erwischen.


Der bis jetzt sehr warme April hat das Flachwasser dicht unter Land erwärmt und dies produziert Nahrung für die schwarz getupften Wanderfische. Auch die Tobiasfische oder auch Sandaale genannten Beutetiere der Meerforellen halten sich in Trupps oft direkt vorm Strand auf. Das zieht unseren Zielfisch zusätzlich an. Daher sind Köder, wie der längliche „Thor Blinker“ von „Falkfish“, ein perfektes Imitat dieser Nahrung und lässt sich zudem noch richtig weit werfen.


So sehr weit muss man oftmals gar nicht pfeffern. Meist genügt es, die erste Rinne zu erreichen, die vor der weiter draußen gelagerten Sandbank liegt. Diese kann, je nach Strand unterschiedlich entfernt liegen.

In dieser „Rinne“ die idealer Weise dunklen Mischgrund aufweist, ziehen die Mefos meist in Trupps von bis zu 15 Fischen entlang. Dies konnte ich bereits von einem der Wellenbrecher aus beobachten, wo ich diese faszinierenden Fische bereits auf Sicht nachlaufen und beißen sah. Ein irres Erlebnis. Daher liegt in der Ruhe die Kraft. Denn du weißt: Dein Moment wird kommen! Auch wenn der Fisch beim Kollegen neben dir einsteigt.

Kaum ein Faktor bestimmt das Gelingen einer Mefo-Pirsch so sehr wie das Wetter! Weht ein lebhafter Wind, kommt man entweder nicht an die Fische ran. Sie sind nicht da oder die See ist zu aufgewühlt und es besteht kaum Sicht. Man muss schon das passende Fenster treffen.
Bei meinem Kurztrip ins salzige Nass hatte ich das Glück Kaiserwetter zu erwischen. Glatte See, Sonne satt und Temperaturen über 20 Grad im April. Wenn dann noch die Forellen am Platz sind und im Nahbereich vorm Strand beißen, kann ein Angeltag kaum traumhafter sein.

Bei den Meerforellen gibt’s unterschiedliche Bezeichnungen, die je nach ihrem Stand des Laichens definiert werden. Die auffällig, dunkel gefärbte, die zum laichen erst in ihr Küstenfließgewässer zum laichen aufsteigt. Der wieder silberne, aber vom Aufstieg und Laichgeschäft abgemagerte Absteiger und der pralle, silber blanke Überspringer, der das Laichen ausgesetzt hat und auch „Grönländer“ genannt wird. Jetzt im April sind vermehrt Absteiger vor der Küste unterwegs. Diese sind für die Küche minderwertig und müssen erst wieder Masse aufbauen, was recht langsam geschieht.

Bis der Raps blüht und die Hornhechte das Treiben vorm Strand verrückt machen, ist eine der besten Zeiten, um das Küstensilber zu schürfen. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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