Kuba „on the Rocks“

Bei diesem Titel geht es nicht um ein Getränk mit Eiswürfeln, sondern um das Meeresangeln auf Felsenküsten, das so genannte „Rockfishing“. Diese Art, auf Meeresfische zu angeln erfreut sich bei vielen Anglern großer Beliebtheit. Es ist spannend, kann mit überschaubarem Einsatz an Angelgerät betrieben werden und kostet nichts. Meeresangeln mit gebuchten Bootstouren dagegen sind in jedem Land der Welt teuer und gehen pro Ausfahrt in die Hunderte.

Daher ist ein entspannter Nachmittag auf den Klippen besonders für Angler im Urlaub eine feine Sache.

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Beim Köder muss experimentiert werden. Vom laut platschenden Popper über glitzernde Blinker bis hin zum Gummifisch am Jigkopf kann alles den ersehnten Einschlag oder zuppeln am Ende der Leine bringen.

An der Südküste Kubas, wo ich es versuchte, brachten Gummiköder der 9 und 12cm Klasse nur Anfasser und Zahnabdrücke von kleinen Groopern, die zwischen den Steinen des Grundes leben und den über ihnen laufenden Köder anknabbern. Erst als ich meine Köder, die mir in Deutschland immer viele Fische bringen, extrem einkürzte und auf einem schweren aber sehr kurzen Jigkopf zog, kam der Durchbruch.

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Auf den Stummelschwanz eines Zanderkant Köders stieg bei ca 10 Meter tiefem Wasser 3 Meter über dem Grund ein Fisch mit einem heftigen Schlag ins Gerät ein und entbrannte einen heftigen Tanz, der mit alles abverlangte. Alles was ich von der Klippe aus sehen konnte war das blau-silberne Glitzern in der Tiefe, und wie dieses hin und her sauste. Die Rollenbremse meiner 3000er Vanquish von Shimano raste dazu wie verrückt. Druck machen war angesagt, um zu verhindern das der unbekannte Gegner es zum Grund schafft und dort die Schnur an den scharfkantigen Felsen sprengt. Das Gerät und ich waren am Limit und der Fisch schien nicht müder zu werden. Unfassbar was Meeresfische im warmen Wasser für eine unerschöpfliche Kraft haben. Die Landung an den Klippen ist heikel, doch eine kleine Einbuchtung half ihn zu stranden, wobei der Köder ausschlitzte, als der Fisch schon auf dem Trockenen sprang. Aber am Ende ging alles gut und ich freute mich über einen wunderschön gefärbten Bluerunner.

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Wenig später stand ich erneut im Drill. Diesmal hatte ich einen Barracuda oder Hornhecht am Band, der mir auf voller Distanz im Mittelwasser einstieg. Das Bild zeigt den Fisch im Sprung, kurz bevor dieser leider verloren ging.

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Am Abend fischte ich mit einem klassischen Blinker. Hatte spannende Nachläufer von Hornhechte, als plötzlich ein Kugelfisch dem Köder an der Oberfläche folgte. Bis vor die Felsen kam der neugierige Riffbewohner hinterher. Als ich den Blinker vertikal unter der Rute auspendeln lies, schwamm er heran, um ihn kurz an zu stupsen. Anhieb und ZACK! Der sitzt und konnte unausgedrillt rausgehoben werden.

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Anfassen ist mit Vorsicht zu genießen, da er völlig mit abwehrenden Stacheln übersät ist.

Beim Lösen des Hakens hat er mich zu allem Überfluss noch mit seinem schnabelartigen Maul am Zeigefinger erwischt, der vorn eingeschnitten und dessen Nagelbett nun schwarz ist. Damit dürfte es 1 zu 1 zwischen uns stehen.

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Beim rockfishing weiß man nie was man dran bekommt. Das macht es ja so spannend und hat daher einen gewissen Suchtfaktor auf mich.

Bunte Meerbrassenarten

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Grimmige Grooper

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Und farbenfrohe Soldatenfische lassen sich erbeuten. Perfekt für Angler mit Spieltrieb und Endeckerdrang wie mich.

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Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

Kommentare (1)

  1. Superschöne Fische…

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