Kalter Jahresstart

Die FISCH & ANGEL ist vorüber und das Angeljahr 2018 ist nun fast zwei Monate alt. Ich habe es in dieser Zeit erst 3 Mal zum Angeln geschafft. Der Winter ist halt durch kurze Tage und nicht gerade einladende Temperaturen gekennzeichnet. Außerdem sind viele Gewässer aktuell zugefroren, was die Möglichkeiten auf Flüsse und wenige große Stauseen beschränkte. Das Angelfieber und der Drang draußen zu sein, juckt aber zu sehr um nicht zu kratzen.

Die Flüsse sind durch erhöhte Pegel aktuell sehr attraktiv. Überall wo an Einfahrten zu Altarmen oder Häfen die Prallwirbel mit viel Rückstrom an den Steinschüttungen vorbei schwallen, lässt sich mit Ausdauer und Glück oft ein richtig großer Zander blicken und verführen. Je trüber das Wasser, desto besser die Chancen auch bei Tageslicht zum Erfolg zu kommen. Dafür fehlte mir leider die Zeit, also ging es neulich auf eine Talsperre, um dort bequem vom Boot vor der dortigen Schonzeit nochmal die Köder zu baden.

Die besseren Barsche fanden sich dort in kleineren Trupps um die 8m Tiefe zusammen, wo sie an exponierten Unterbrechungen von Kanten „abparkten“. Kantenvorsprünge, die wie eine kleine Terrasse fungieren, mussten mit langsamer Köderführung beharrlich befischt werden, bis die Stachelritter zugriffen. Oft war der Moment, bevor der Köder ins noch tiefere Wasser absank, der entscheidende und Modelle von 12cm Länge genau der richtige Happen.

Meister Esox hielt sich, trotz des kalten Wassers nicht immer in größeren Tiefen auf, wie man vielleicht vermuten mag. Teilweise stehen die pfeilschnellen Jäger an den gleichen Uferkanten, wo sie schon im Herbst auf fette Beute lauerten. Wenn man einen lebhaft laufenden Gummiköder dicht vor die mächtigen Steilufer wirft und diese dann in großen Sprüngen „herabjiggt“, braucht man sich über einen heftigen Einschlag ins Gerät nicht wundern. Ideal wenn am Tag die Sonne hoch steht und andere Räuber gerade beißfaul sind oder zu tief stehen.

Denn die Zander sind in tiefen Seen mit sichtigem Wasser aktuell am Tage nur an tiefen Stellen zu befischen, wo wir sie lieber in Ruhe lassen. Beißt ein schützenswerter kleiner oder kapitaler, lässt sich ein aus größerer Tiefe empor gezogener Fisch nicht mehr schonend oder sinnführend zurücksetzen. Dieser Verantwortung müssen wir uns besonders beim Zanderangeln im Winter in tiefen Seen bewusst sein und warten daher auf die Dämmerung. In der letzten dreiviertel Stunde des sich  neigenden Tages kommen die Zander manchmal noch immer auf mittlere und damit für den Fang unbedenkliche Tiefen empor, um aktiv zu fressen. Im dieser grauen Stunde trumpft dann meist ein greller, Fluoreszierender Köder richtig auf und lässt die lichtempfindlichen Zander schwach werden.

Bei Fischen, die wir Im Winter auf ihrem aktiven Beutezug auf flacheren Strukturen von um die 6m Tiefe abpassen, können wir entscheiden welcher für die Küche ein gutes Küchenmaß abgibt. Wer zu klein bzw. zu groß ist, kann unbedenklich dem Bestand zurückgegeben werden und damit erhalten bleiben.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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