Kälteeinbruch zeigt Wirkung

Fische stehen ja als wechselwarme Tiere unter besonderem Einfluss von Temperaturschwankungen.

Fällt die Wassertemperatur wie aktuell innerhalb weniger Tage massiv ab, fährt der Stoffwechsel der Flossenträger ebenso rapide nach unten. Eine deutlich eingeschränkte Aktivität ist dann die Folge.

DSC_0455

Dann kann unser Köder, besonders ein aktiv mit der Spinnrute präsentierter, kaum noch verfolgt und anständig geschlagen werden. Die Fische, besonders die wärmeliebenden Zander sind dann wie erstarrt und nicht aktiv auf Beute aus. Das bedeutet einen kompletten Einbruch der Fänge, auch wenn es vor einer Woche, also vor dem Umschwung auf das kalte Wetter noch gut gebissen hat.

IMG_0783

Beste Taktik, um aktuell noch Zander zu fangen wäre das stationäre fischen mit dem Köderfisch. Aber auch hier sollte man sich auf viele Fehlbisse und Aussteiger einstellen, da die Fische nicht wirklich aktiv sind und auch kaum intensiv fressen.

Einziger Jäger, dem der Kälteeinbruch noch am wenigsten Ausmacht, ist der Hecht. Esox Lucius ist ein Fisch der kälteren Breiten und liebt kälteres Wasser. Ergo kommt er mit den aktuellen Umschwung noch am besten zurecht. Auch wenn auch bei den Hechten die harte Abkühlung Spuren in der Aktivität und Jagdlust hinterlassen hat.

DSC_0435

Zusammen mit Fisches Maxe hatte ich mich auf den Weg an die Elbe gemacht und wir erlebten ein ultra zähes und hartes angeln. Da wir per Boot sehr schnell und flexibel in der Stellenwahl waren, konnten wir alle möglichen Stellen befischen. Flach, mitteltief und ganz tiefe Buhnen und Stromstücken. Insgesamt reichte es für 4 mühsam zusammengesammelte Hechte, die unsere Gummiköder eher zaghaft als vehement nahmen.

DSC_0451

Das spricht eine eindeutige Sprache. Die Sprache des Kälteeinbruchs.

Ich schätze das sich sie Fische bis zum Wochenende an das neue Temperaturniveau gewöhnt haben sollten und dann wieder besser beißen. Aber eins ins Fakt. Die kalte Jahreshälfte ist nun eingeleitet und verlangt uns Anglern vor allem eines ab. Kürzere Beißphasen und mehr Ausdauer.

 

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

Kommentare (1)

  1. Ich war am Wochenende an der Ostsee zum Dorschangeln. Dort hat man ebenfalls die Wirkung der enormen Temperatureinbrüche gemerkt. Die Fische haben so gut wie gar nicht gebissen. Und das obwohl Oktober normalerweise eine sehr gute Zeit ist.

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*