Juni ist Zanderzeit

Für mich zählt der Juni zum besten Zandermonat des Jahres. Die Fische erfreuen sich im warmen Wasser beste Vitalität, haben einen hohen Stoffwechsel und verbrauchen dadurch viel Energie. Um diese zu decken fressen sie häufig und sind daher sehr aktiv.

Eines meiner Lieblingsreviere ist die Elbtalaue. Bestes Zandergebiet der Mittel- bis unterer Mittelauf. Nicht nur anglerisch, sondern auch vom Naturerlebnis her ein Erlebnis.

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Für Zander bietet dieser sandige Strom besonders günstige Lebensbedingungen. Das Wasser ist durch Nährstoffeinträge wie Phosphat aus der Landwirtschaft und durch die hohe Sedimentfracht zur warmen Jahreshälfte stark eingetrübt. So kommt die empfindliche Brut in guten Mengen hoch und das Angeln auf diesen lichtempfindlichen Fisch ist auch am Tage sinnvoll.

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So kommt es nicht selten vor, dass man zur Mittagszeit tolle Fänge erwarten kann, wenn man die nun defensiven Zander dicht am Boden mit Ködern am Bleikopf befischt. Zur Abenddämmerung drehen die Fische aber meist richtig auf und kommen an flache, eher unscheinbar wirkende Plätze, um zu jagen.

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Nicht nur der trübe Strom gibt gute Chancen. Der Juni macht auch die Talsperrenzander munter. Die Fische sind viel in Bewegung und nach dem kräftezehrenden Laichmonat Mai anständig am Fressen. Dabei gehen sie auch nicht gerade zimperlich vor! Gute Frequenzen auf Tiefen von 4 bis 6 Metern (je nach Trübung des Sees) sind dann keine Seltenheit. Besonders an Seen, die im Rest des Jahres als schwierig für den Fang der Stachelritter gelten, sind gute Fänge möglich.

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Philipp Feist von Zanderkant.de mit tollem Fisch aus einer Talsperre.

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Auch schwere Baggerseen zeigen sich im Juni Zanderfreudig.

Eins steht fest. Im Juni muss man draußen sein und fischen. Ab Ende Juni kann die schöne Zeit, an dem es recht einfach war, die sonst sehr verhaltenen Stachelträger zu fangen, schon wieder vorbei sein, da sich die Fische dann wieder mehr verteilten und kürzere Fressphasen bekommen.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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