Frühlingsforellen

Endlich hat sich der elend lange, zähe Winter verzogen. Zeitgleich mit den ersten wirklich milden Tagen des langsam voranschreitenden Jahres, viel in vielen Gebieten auch der Startschuss der Forellenpirsch an Bach und Flüsschen. Für viele hieß das, Ruten entstauben und raus ans Wasser!

Auch wenn wir sportlich locker in Pulli, oder in der kraftvollen Aprilsonne sogar im T-Shirt fischen, ist Unterwasser noch nicht viel Frühling angekommen. Dort herrscht noch gefühlter Winter und das Leben wartet. Als sich meine Freunde und ich auf machten, um an der Thüringischen Saale die ersten wilden Bachforellen der Saison zu befischen, bekamen wir dies spätestens zu spüren als wir mit unseren Wathosen in den eisigen Fluss einstiegen.

Auch die noch kahlen Bäume zeugen davon, dass hier vor nicht einmal einer Woche noch lähmende Eiszeit herrschte. Dementsprechend viel auch die Aktivität auf unsere präsentierten Fliegen und Spinnköder aus.

Denn die ersten zwei Stunden vergingen ohne Fischkontakt. Doch dann die erste Reaktion bei mir, die mir zum Saisonstart eine prächtige Forelle von 47cm auf einen kleinen Wobbler brachte.

Jetzt, wo es recht schwer ist eine Rotgetupfte ans Band zu bekommen und keine Bissfrequenz zu erwarten ist, stehen die Chancen am besten eine der seltenen Kapitalen Salmoniden überlistet zu bekommen. Da das Aufkommen von kleiner Nahrung in Form von Fliegen und Larven noch ein paar Wochen auf sich warten lässt, muss man mutig sein und für Forellen verhältnismäßig große Köder fischen. Denn stolze Großforellen wollen schon was sehen!

 

Philipps Taktik, größere Wobbler, die man sonst für Barsche im Einsatz hat, zu fischen schien die goldene Entscheidung des Tages gewesen zu sein. Auch wenn man damit aktuell an 90% der Fische im Bach vorbei angelt. Die EINE dicke will genau das!

Mir lief meine Traumforelle ins leichte Gerät, als der Wobbler, den ich zuvor stromauf warf, von der An- die die Abdrift kam und durch den Schurbogen vom Strom rumgehauen wurde.

Nach langem Drill in dem der, für diese viel befischte Strecke Ausnahmefisch, kein einziges Mal sprang, konnten wir sie mit gemeinsamen Kräften landen. 56cm!

Als Gerät fischte ich eine 1,80m kurze einteilige Spinnrute von HART mit 7-12g Wurfgewicht und eine 0,24mm Monofilschnur, die auf eine 1000er Shimano Stradic Stationärrolle gespult war. Bei diesem Fisch Belastungsgrenze.

Geht raus. Auch wenn nicht viel geht, die Großen sind jetzt griffiger wie kaum.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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