Frühe Aale

Der Aal läuft!

Jetzt sind sie wieder da. Die ersten lauen Nächte, in denen die Schlängler nach der kalten, starren Zeit des Winters wieder auf Nahrungssuche sind. Es ist die mit beste Zeit des Jahres, um gleich mehrere Bisse in einer Nacht zu kassieren. Denn wenn die Aale das erste Mal mit dem fressen beginnen, dann scheint ihr Verlangen nach Fressbaren schier ungebrochen zu sein.

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Ab einer Wassertemperatur von rund 10 Grad beginnt diese „heiße Phase“. Aufgrund längerer kalter Nordwind-Phasen, setzte die Erwärmung unserer Gewässer in diesem Frühjahr recht spät ein. Die ersten Reviere in denen der Aal beginnt zu laufen sind kleine, stehende Weiher und Teiche.

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Hier erwärmt sich das Wasser zuerst auf die gewünschte Betriebstemperatur und fangreiche Nächte sind schon Anfang bis Mitte April zu erwarten. In den Flüssen und auch den tiefen Talsperren dauert die Erwärmung meist ein klein wenig länger. Vor Ende April bis Anfang Mai ist, je nach Höhenlage, kaum mit guten Fangchancen zu rechnen. Je tiefer ein Stausee, desto länger dauert die Umwälzung der Wassersäule.

Dicke Happen mögen die Frühjahrs-Aale trotz anständigem Appetit meist noch nicht. Ein kleines Bündel Regenwürmer auf einem Einzelhaken der Größe 6 oder sogar 8 sind hier das beste Mittel.

Diese kleinen verträglichen Happen werden schneller und besser aufgenommen.

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Auch bei der Montage sollte man sich mit leichtem Gerät sehr dezent halten. Eine feine, schmale Waggler-Pose, die mit ca. 3g bebleit sein sollte, ist hier ideal. Diese Montage an einer 0,28er Monoschnur mit 0,26er Vorfach erweist bei frühen Aalen optimale Dienste. Denn die Schlängler sind meist noch vorsichtig und würden mit einer zu dicken Pose nicht richtig abziehen und im Zweifel los lassen.

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Oft liegt das gute ganz nah. Im Schutze der Dunkelheit beginnt der nachtaktive Aal sich zu bewegen und zieht dabei sehr dicht am Ufer und im flachsten Wasser entlang. Daher habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, die Montage einfach nur mit einem Pendelwurf wenige Meter vor der Uferlinie zu platzieren. Die Phase von der Dämmerung bis ca. 23:30 hat sich im Frühjahr als die fängigste erwiesen. Daher ist es nicht nötig, die ganze Nacht am Wasser zu verbringen. Wenn bis 23 Uhr kein Biss erfolgte, dann wird es auch die nächsten Stunden keine Reaktion geben. Denn Aale laufen nicht jede Nacht. Milde, trockene Nächte mit bewölktem Himmel laufen besser, als kühle, klare mit Taubildung.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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