Ein Hauch von Sommer…

Während die Gewässer in Deutschland in einem kargen, einheitlichen Grau in der Landschaft liegen und das Angeln nur mit dicken Jacken und einer warmen Mütze möglich ist, sieht es in südlichen Gefilden ganz anders aus. In Spanien lässt sich selbst Ende November noch ein Hauch von Sommer genießen. Bei Sonnenschein und Tagestemperaturen von 18 bis 21 Grad ein Angelplatz, an dem es sich aushalten lässt.

Ich hatte neulich die Gelegenheit einen Nachmittag am Ebro in Spanien zu fischen, da ich auf einer Barcelona-Reise, die zweieinhalbstündige Fahrt nicht scheute, um den Kollegen von Taffi-Tackle-Tours zu besuchen. Dieser betreibt ein Angelcamp mit Bootsverleih an diesem großartigen Revier.

Da ich ohne Angelsachen unterwegs war, half er mir auch aus, was Köder und Gerät anging. Nach einem entspannten Mittagessen fuhren wir hinaus aufs Wasser. Von meiner letzten Tour im November 2015 kannte ich noch einen Spot, der um diese Zeit recht zuverlässig lief. Diesen fischten wir konzentriert auf der zur Tageszeit passenden Tiefenlinie an.

Taffi, der seine Zander in diesem Revier meist mit einer recht aktiven und schnellen Köderführung über den spanischen Gewässergrund jiggt, hat die Erfahrung gemacht, das zum frühen Nachmittag bei Sonne die Zander nicht sehr in Beißlaune sind.

Ich fische in solchen Situationen, wo sich die Zander bei viel Licht defensiv verhalten, ebenfalls sehr defensiv. Anstatt hart an zu jiggen, lasse ich den Köder mit einer, kurzen, sanften Umdrehung vom Boden abheben und dann wieder auf jenem aufsetzen. So haben die Zander die Möglichkeit, meinem Verführer zu folgen und einfach zu schlagen. Selbst wenn sie aktuell gar nicht auf Futter aus sind.

Diese Taktik schlug sofort ein und brachte mir die ersten Zander ans Band. Je dichter diese an einem Spot zusammen stehen, desto größer dann auch der Futterneid, was für eine gute Bissfrequenz sorgen kann. Als Taffi wenig später auch auf das langsame Angeln im Zanderkant-Style umstieg, ging auch seine Rute krumm und wir konnten in zweieinhalb Stunden Angelzeit satte 19 Zander ins Boot befördern.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns.

Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

Kommentar hinterlassen

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*