Ein Angeltag auf dem Bleilochstau

Ein See wie ein Fjord. Die Bleilochtalsperre ist der größte Stausee Deutschlands und erfreut sich bei immer mehr Anglern an Beliebtheit. Seit den letzten zwei Jahren ist ein wahrer Ansturm zu verzeichnen und an den Stellen, wo man Boote ins Wasser bekommt sieht es auch unter der Woche aus wie auf einem Supermarktparkplatz. Eine Entwicklung die mit Sorge betrachtet wird. Angelockt werden vor allem Raubfischangler, die ihr Glück auf Zander herausfordern wollen. Der Bestand ist noch gut, hat aber auch seine Tücken.

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Ich kenne den See auch seit einigen Jahren und habe dort schon schöne Zander fangen können. Bin aber sehr unregelmäßig dort zu Gange. Einer der die Bleiloch aber in und auswendig kennt ist Thomas Müller, der für Berkley und Abu Garcia fischt. Mit ihm und Toni Weise von Fischer König startete ich meine erste Tagestour in 2015 auf dem See.

In diesem Jahr soll es sehr zäh und eher durchwachsen gebissen haben, wurde mir von vielen berichtet. Thomas meint, dies könnte an einem Wasseraustausch liegen, wo altes, abgestandenes Wasser mit neuem Saalewasser aufgefüllt wurde. Dieses ist klarer und erzeugt andere, bei Durchmischung der Schichten, schwankende  PH und Sauerstoffwerte, was die Fische so seltsam reagieren lässt. Sicher ist er sich aber damit nicht.

Der Tag startete mit 0 Bissen, bis zum Mittag Bleilochmeister Thomas mit krummer Spinnrute im Boot stand. Ein beeindruckender Barsch von 40cm hat sich seinen 6cm Gummifisch von Berkley am Grund einverleibt. Ein Fisch mit stattlichen Maßen!

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Dann wurden auch die Zander munterer, aber die stubsten unsere Köder nur an, ohne sie zu nehmen. Ein Zeichen für Trägheit und absolute Inaktivität. Wir fischten verschiedene Plätze an. Überall das Gleiche. Ich bat Thomas auf eine Scherkante zu fahren, die einen Übergang von Steil auf Flachufer markiert. Diese hatte ich mir mal erarbeitet, dort in den vergangenen Jahren recht gut gefangen und der Platz ist auch recht unbekannt, da er klein und unscheinbar wirkt. Auf  „meiner Kant“ bei ca. 12 Metern kam dann der Durchbruch.

Dort konnte ich innerhalb von kurzer Zeit 3 tolle Barsche auf meinen 9cm Juniokauli im Dekor Nachtschatten landen! (am 14gr. Kopf eine Bank im Bleiloch) ;)

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PS: Der Barsch scheint durch andere Angler in der Vergangenheit mal Markiert worden zu sein, indem ihm die ersten Stachelstrahlen der Rückenflosse gestutzt wurden. An diese „Angler“: Lasst das! Ein bisschen mehr Respekt für die Kreatur bitte.

Toni erwischte an der gleichen Kant einen Zander, der aber nicht so recht für das schnelle Erinnerungsfoto posieren wollte.

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Als die Bisse ausblieben entschieden wir uns auf einem Bereich, an dem es deutlich flacher abfällt bei rund 7 Metern auf ziehende Zander zu warten, die zur Dämmerung aktiv werden und zum jagen flacher kommen. Nach einigen Anschiebern kam dann bei mir noch der ersehnte Absinkbiss und ich konnte mich noch über meinen Bleilochzander an dem sicherlich nicht einfachen Tag freuen.

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Das dunkle Dekor „Rauchglitter“ verwende ich gern bei Dunkelheit, da es einen guten Kontrast zur Umgebung bildet. In sichtigen Talsperren hat es mir aber auch am Tag schon viele Fische gebracht. Aber das Vertrauen fischt ja bekanntlich mit. ;)

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Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

Kommentare (2)

  1. Durch genau derlei Berichte und immer wiederkehrende Lobpreisungen in sozialen Netzwerken und Fachzeitschriften werden diese Gewässer, und seien sie auch noch so groß, im Anschluss über die Jahre einfach platt gemacht.
    Klar, dass Zanderseb und andere von diesen Veröffentlichungen leben, aber Schuld sind sie zum Schluss sellber … da hilft es auch nichts, sich blauäugig über die „Supermarktparkplatz“ – Verhältnisse an der Slipanlage zu Tode zu wundern und sich zu sorgen. Blanker Hohn!
    Solange es Leute gibt, die mit Erfolgen anderer Geld machen bzw. damit ihr Geschäft oder ihre Person profilieren müssen, seien es Guides oder Journalisten oder sonstwer, solange werden im Anschluss solcher Berichte Heerscharen anderer Angler wie die Kormorane einfallen. Fakt.
    Deckel drüber halten und alles bleibt gut – aber damit lässt sich kein Geld verdienen.
    Siehe Goitzsche, siehe Muldestausee, siehe, siehe siehe…
    Das seid zum Schluss alles IHR.

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  2. Bei genauerem Betrachten der Gesamtsituation des wachsenden Angeldrucks auf alle größeren und lohnenden Gewässer in unserem Land, z.B. durch schnelllebigere soziale Netzwerke, sind deine Aussagen unzutreffend.

    Petri
    Sebastian

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