Dunkle Tage & neue Ufer

Der Herbst schreitet voran und die Tage werden merklich kürzer. An den Gewässern kommt alles mehr und mehr zur Ruhe und die Natur wird stiller. Unter Wasser zwar auch, aber die Fische, besonders die räuberischen unter ihnen, sind nach wie vor auf Beutesuche.  Nur ihre Phasen, an denen sie aktiv Nahrung aufnehmen werden nun immer kürzer. Dafür können sie dennoch recht prägnant ausfallen.

Um eine dieser Phasen abzupassen muss man eines mitbringen – Ausdauer.

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Besonders wenn man, wie ich letztes WE ein unbekanntes Gewässer befische, an dem ich zuvor noch nie die Köder auswarf. Denn die Fressphasen können in jedem Revier anders ausfallen. Trübung, Tiefe und Strömung können da die maßgeblichen Faktoren sein.

An einem trüben See, den ich mit dem Jungangler Niklas im Zusammenhang mit der Royal-Fishing Kinderhilfe gemeinsam befischt habe, mussten wir uns zunächst hineinfinden. Das finde ich an neuen Gewässern ja immer das spannende daran. Bis zum Nachmittag hatten wir zu Kämpfen und den ersten Zielfisch, einen Zander, hatte ich im Drill vergeigt. Er nahm den Köder auch nicht richtig, sondern schob ihn nur an. Ganz im Gegenteil zum Hecht, der etwas später meinen frechen Gummiköder vehement am gezielt ab geankerten Platz schlug.

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An dunklen Tagen sind oft helle bis grell leuchtende Köder Trumpf. Besonders wenn generell wenig Licht auf den Grund des Gewässers vordringt, wie in dem trüben See. Daher wählten wir genau solche Dekore aus.

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Daher schlug dann Niklas mit einem Brasch zu, der sich bei den finsteren Verhältnissen für den Schocker begeisterte. Mit 34 Zentimetern bis jetzt sein größter. Petri!

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Auch bei mir, obwohl ich mit dem an sich für Barsch zu großen Megaklauli auf Zander und Hecht fischte.

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Nun fehlte uns zum Raubfisch-Tripple nur noch der Zander. Am Morgen hatte ich im etwas flacheren Wasser eine sehr harte Bodenstruktur mit meinem Finger in der Schnur beim Abfischen der unbekannten Ufer „ertastet“. Diese wollte ich nun zur Dämmerung unbedingt nochmal ansteuern. In der Hoffnung das die Zander aktiv werden und diesen Bereich ansteuern. Eine halbe Stunde vor Dunkelheit dann der Biss in Form eines Anschiebers. Meine schnelle Spinnrute konnte den zaghaft beißenden Fisch vom Grund pflücken und der Greifer hielt den sauer bockenden Zander sicher bis über den Kescher fest. Was für eine Freude bei uns beiden!

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Viel Arbeit, aber der See lag uns am Ende zu Füßen und hat uns alle drei Räuber freigegeben. Ein gutes Gefühl.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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