Die richtigen Köder für Karpfen

Das Karpfenangeln ist wohl eine der faszinierendsten Formen, beim Angeln Nervenkitzel zu verspüren. Kaum ein anderer Fisch verlangt einem so viel Taktik und Können ab. Neben der richtigen Stelle, einer guten Karpfenrute und der passenden Montage braucht man natürlich den perfekten Karpfenköder. Karpfenköder gibt es viele, einige davon kann man selber machen, doch nicht alle sind fängig. Auch macht es oft einen Unterschied, ob man im Sommer oder Herbst angelt. Damit euer nächster Angeltrip beim Karpfenfang nicht als Schneidertag endet, schauen wir uns heute die Karpfenköder genauer an und geben Tipps und Tricks für mehr Fangerfolg.

Ein Gastbeitrag von Steffen Rust

Unglaubliche Vielfalt – welcher Karpfenköder ist der Beste?

Welcher Karpfenköder der Beste ist, lässt sich nicht immer gleich beantworten. Sehen wir uns zuerst an, was Angler so alles verwenden, um den kapitalen Rüssler zu landen.

Chris von OSA (OderSpreeAngler) geht eigentlich bevorzugt auf Raubfisch angeln, aber sagt zu einem schönen Karpfen auch nicht nein. Mit fast 25.000 Youtube-Fans und über 100 Videos ist sein Kanal definitiv einen Besuch wert.

Übersicht der Karpfenköder

  • Ananas
  • Banane
  • Boilies
  • Brotkrumen
  • Egel
  • Erdbeeren
  • Frolic (Hundefutter)
  • Hanf
  • Kartoffeln
  • Käse
  • Kichererbsen
  • Kirschen
  • Krabben
  • Maden
  • Mais
  • Mistwürmer
  • Muscheln
  • Pellets
  • Pommes
  • Rosinen
  • Schnecken
  • Schwimmbrot
  • Tauwürmer
  • Tigernüsse

Auch wenn einige Angler jetzt aufschreien werden, will ich an dieser Stelle noch mal klarstellen, dass nicht alles, was einen Karpfen fängt, auch unbedingt ein guter Karpfenköder ist. Ich bin zwar Angler, aber ein Freund der Fische und des Ökosystems. Daher lege ich immer viel Wert darauf, diesen im Sinne von Mutter Natur möglichst nicht zu schaden. Meine Empfehlung ist es, sowohl beim Köder als auch bei der Anfütterung verantwortungsvoll zu handeln und möglichst naturnahe Köder anzubieten. So stellen wir gemeinsam sicher, dass wir auch in den kommenden Jahren noch viel Spaß am Angeln haben werden.

Oft gewinnt bei den Ködern nicht der besonders exotische, sondern ein traditioneller Köder. Meine klaren Favoriten beim Karpfenangeln sind: Boilie, Kartoffel, Mais und Tigernuss.

Auch mit Brot, Made und Wurm oder anderen genannten Karpfenködern fängt man sicherlich, aber ich werde näher auf die Favoriten eingehen und zeigen, warum sie meiner Erfahrung nach am meisten fangen. Wer jetzt denkt, wie langweilig, der wird sich wundern, welche Vielfalt einen hier erwartet.

Boilies – wirklich eine Wunderwaffe?

Der Karpfen ist eine Art Bauer und verzehrt besonders gerne Köder, die er kennt. Deswegen empfiehlt es sich, je nach Gewässer, immer zu prüfen, woran sich die stolzen Prachtfische gewöhnt haben. Wird an einem See viel mit Boilies gefischt, dann hat man gute Chancen hiermit auch einen Erfolg zu erzielen. An einem naturnahen See, an dem der Karpfen noch nie einen Boilie gesehen hat, lasse ich die Boilies zu Hause und setze auf etwas Natürlicheres. Dann kann auch Wurm, Schnecke oder Made ins Spiel kommen. Auch wenn der Angeldruck zu hoch ist, sprich der Karpfen einem Köder sehr skeptisch gegenübersteht, macht es Sinn, andere Köder zu testen.
Boilies sind sehr traditionelle Karpfenköder und weit verbreitet. Doch Boilie ist nicht gleich Boilie – neben unglaublich vielen Rezeptmöglichkeiten und Fertigprodukten diverser Hersteller besteht vor allem in der Qualität der Inhaltsstoffe ein erheblicher Unterschied. Nur hochwertige Boilies sind auch gute Boilies. Daher bringt es nichts, hier zum billigsten Produkt am Markt zu greifen, sondern, sofern man sie fertig kauft, ein hochwertiges Produkt von einem bekannten Hersteller zu wählen.

Ein guter Boilie ist eine echte Nährstoffbombe mit Eiweiß, Kohlenhydraten und auch Fetten. Neben einem unwiderstehlichen Geschmack sollte auch der Geruch passen. Das Wichtigste am Boilie ist, dass er den Karpfen nicht satt macht und er so in Beißlaune bleibt. Andere Nahrungsmitstreiter wie die Brasse, haben es schwer, die harten Kugeln zu fressen. Nur kleine Boilies werden von ihnen mal geklaut. Übrigens fängt man im Sommer meistens mehr Karpfen mit einem fruchtigen großen Boilie, während man im Herbst und Winter auf einen herben fischigen Geschmack setzen sollte.

Farbe, Größe und Geschmack

Boilies gibt es nicht nur in unterschiedlichen Farben, sondern auch in diversen Größen. Der Miniboilie misst gerade mal 10 mm, wohingegen ein großer Boilie so groß wie ein Tischtennisball sein kann. Eine übliche Größe liegt bei 15-25 mm. Bei den Farbtönen bin ich ein Fan von natürlich gefärbten Boilies. Dafür gibt es diverse Mittel.

Ich verrate euch auch gerne mein Lieblingsrezept:
Birdfood-Muschel-Mehl-Mix

  • 200 g Sojaprotein
  • 150 g Rotbarsch
  • 50 g Heringsmehl
  • 100 g Forellenmehl
  • 100 g Birdfood gelb
  • 100 g Maisgrieß
  • 100 g Sojamehl vollfett
  • 50 g Blutmehl
  • 30 g Frolicmehl
  • 30 g Rinderlebermehl
  • 30 g Lebermehl
  • 30 g Fleischmehl
  • 5 g green lipped Mussel (Muschel) Extract
  • 5 g Betain
  • 8 Eier Größe L

Natürlich gibt es noch viel mehr Rezepte. Wem das zu viel Aufwand ist, der sollte auf ein fertiges Produkt zurückgreifen.

Tigernuss – der Tipp

Nicht nur Boilies machen den Karpfen Appetit auf mehr, sondern auch die Tigernuss. Diese ist nicht nur voller Nährstoffe, sondern auch sehr lecker (auch für den Menschen). Tigernüsse müssen aber erst noch auf den Badegang vorbereitet werden. Zunächst wählen wir die passende Größe – kleine Tigernüsse sind deutlich günstiger als die großen Exemplare. Daher nehmt die kleinen Nüsse zum Anfüttern und die großen für die Montage.

Jetzt kommt die Vorbereitung. Diese ist deutlich leichter als Boilies selber zu machen. Nehmt die Tigernüsse und weicht sie einen ganzen Tag lang im Wasser ein. Jetzt werden sie gekocht und noch kurze Zeit im Sud stehen gelassen. Schon sind sie bereit als Karpfenköder. Hardliner lassen die Nüsse mehrere Tage im Kochtopf (oder einem Eimer) stehen. Je länger sie stehen, desto unangenehmer wird der Geruch für den Menschen – also eine Geschmackssache. Einen Unterschied vom Fangerfolg konnte ich bisher nicht feststellen. Auch Tigernüsse kann man einsatzbereit als Fertigprodukt kaufen.

Wer auf weite Distanzen gehen will, der sollte eine Futterrakete nehmen. Wer nicht so weit entfernt angelt, der kann ganze Nüsse mit der Futterschaufel werfen.

Mais – der Allrounder

Sicher, nicht nur Karpfen lieben Mais, aber der Erfolg gibt ihm Recht. Egal, ob beim Anfüttern oder als eigentlicher Köder, Mais ist extrem günstig und hat einen wunderbaren Halt am Haken. Man kann den normalen Mais aus der Dose nehmen oder einen mit speziellen Duftstoffen aus dem Angelladen. Natürlich kann man Mais auch mit Aromen selber aufwerten. Dabei sollte man nach Zugabe den Behälter einen Tag in den Kühlschrank stellen, damit das Aroma Zeit hat einzuziehen. Denkt daran, den Mais zügig aufzubrauchen, da er nicht sonderlich lange haltbar ist. Wer doch eine große Menge über hat, kann ihn einfach einfrieren.

Die gute alte Kartoffel

Die Kartoffel ist bei vielen Karpfenanglern nicht sonderlich beliebt, was zum Teil aber völlig unbegründet ist. Kartoffeln triefen vor Stärke und Karpfen lieben es. Sobald das Kartoffelstückchen im Wasser ist, wird die Stärke beginnen sich als Wolke zu verflüchtigen. Die Karpfen werden der Spur folgen und in einen Fressrausch geraten. Auch die Kartoffel kann der Karpfen sehr schnell verarbeiten und er bleibt daher weiter hungrig. Günstiger als mit der Kartoffel als Karpfenköder kann man wohl nicht angeln gehen. Die Kartoffel hat den Vorteil, dass sie nur noch selten genutzt wird und die Chance, dass der Karpfen sie als Köder entlarvt, ist deutlich geringer.

Die Zubereitung ist auch hier wieder kinderleicht. Einfach die Kartoffel je nach Sorte 25 Minuten kochen und fertig ist der Karpfenfänger. Der Hauptköder wird ein wenig fester gekocht, hier reichen oft schon 10 Minuten aus. Wer zu lange wartet, hat brüchige Köder, die nicht gut halten. Diese könnte man theoretisch noch zum Anfüttern nehmen. Portionsgerechte Kartoffelstücke mit 25 mm sind eine gute Wahl. Wer einen großen Karpfen vermutet, der kann auch 40 mm versuchen. Auch die Kartoffel kann man wieder mit beliebigem Geschmack aufwerten.

Fazit Karpfenköder

Karpfenköder gibt es viele und jeder hat mit seinem speziellen Kandidaten Erfolg. Wenn man 10 Angler fragt, erhält man in der Regel 10 unterschiedliche Antworten. Unser Tipp: Probiert einfach alle mal aus und entscheidet selbst. Wenn euch der Beitrag gefallen hat und ihr mehr über das Angeln auf Karpfen wissen wollt, dann lest meinen passenden Artikel zum Thema. Viel Spaß dabei und bis bald. Petri!

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