Der Winter weicht!

Die Kältewelle, die uns über eine Woche fest im Polargriff hatte, war für Anfang März schon eine harte Nummer für die Natur. Südwestliche, maritime Luftströmungen haben uns nun endlich davon erlöst und letzten Sonntag gleich mit 17grad aufgewartet.
Der brutale Umschwung lässt die Eisschichten auf den Gewässern nun rasch abtauen und uns Angler zieht es sofort hinaus in die Natur. Nach der Frostzwangspause endlich wieder mit voller Wucht die Spinnrute durchziehen und werfen! Eine Wohltat.

Die milde Luft beflügelte auch mich und so ging mit meinen Kollegen Goran und Ivo raus an die malerische Oder. Auch wenn einige voreiligen beim Gefühl von 17 Grad auf der Haut an die Laichzeit der Fische denken, muss ich schmunzeln und bremsen. Unter Wasser herrscht nach wie vor Winter! Der Fluss hat 3 Grad Wassertemperatur und in ruhigen Buhnenkesseln steht noch das Eis.

Bis die Brassen Laichausschlag bekommen und im flachen Wasser ein Plätscherkonzert abhalten müssen die Bäume zumindest grün sein. Das Vergessen viele. Der Hecht, der bei 8 Grad mit der Balz beginnt, wird dieses Jahr wohl auch nicht vor Ende März – Anfang April damit beginnen können.
Bei den Zandern, die dafür 12 bis 15 Grad brauchen ist also noch gar nicht daran zu denken und wird auch vor Mai nicht soweit sein.
So fischten wir einige tiefere Flussbuhnen auf der Suche nach Kammschuppern mit zum sonnigen Wetter passenden Köderfarben durch.

In tiefen Kesseln die durch scharfe Rückströmungen in Bewegung sind und vor 2 Tagen noch das Eis für Dunkelheit sorgte, sind kurz nach dem Abschmelzen meist gute Standfische gut, wie Goran zwei Tage zuvor mit zwei schönen Fischen bewieß.

 

In der Hoffnung die Zander würden mit schwindenden Licht aktiv, setzten wir all unsere Energie auf die Dämmerung. Selbst die guten Plätze, die wir zur grauen Stunde mit UV-aktiven Ködern konzentriert befischten, brachten keinen Biss. Man kann nicht immer fangen. Besonders wenn man nicht so leichte Gewässer, wie die Oder befischt. Die Phase, wenn das Eis weicht, gilt in vielen Gewässern generell als heikel. Aber draußen gewesen zu sein und gepowert zu haben, gibt immer ein gutes Gefühl.

Die Zander scheinen noch etwas kältestarr zu sein. Wenn das Eis weg ist und die Gewässer etwas wärmer werden, sollte Ende März noch mal eine gute Phase kommen, bevor im April die Schonzeit startet. Ich werde berichten.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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