Der Winter klopft an

Anfang dieser Woche erlebten wir den ersten Kälteeinbruch mit erstem Frost. Die Wassertemperatur viel innerhalb von zwei Tagen um 2,5 grad und pegelt sich aktuell bei um die 6 grad ein.

Das hat bei unseren Fischen natürlich Auswirkungen, die auch wir Angler spüren, wenn wir versuchen sie von unseren Ködern zu begeistern.

Die Aktivität der Flossenträger, als wechselwarme Tiere, ist maßgeblich von der Wassertemperatur und deren Entwicklung abhängig. So wirkt sich ein rapider Abfall auch sofort durch einen langsameren Stoffwechsel aus. Zum Beginn der Woche konnten wir daher ein deutlich defensiveres Fressverhalten feststellen. Ein paar Tage vor dem Umbruch war das Fressverhalten der Raubfische allerdings noch mehr als gut. Als ob sie die herannahende Kaltfront schon im Vorfeld spüren können und dementsprechend nochmal anständig zuschlagen, da sie jetzt gezwungen sind, runterzufahren.

Beim Hechtangeln sind jetzt die absterbenden Kraut und Seerosenfelder interessant. Dort hält Meister Esox noch seine Deckung in den Pflanzenresten.

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Im flachen Wasser der Krautbänke ist das angeln mit Spinnerbaits oder Jerkbaits zu empfehlen. Diese lassen sich langsam anbieten und sorgen dennoch für genug Aufsehen. Hechte mögen eine Abkühlung des Wassers und reagieren nicht ganz so defensiv wie andere Arten.

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Ganz anders der wärmeliebende Zander. Ein starker Abfall der Wassertemperatur hinterlässt meist sehr träge Glaßaugen, die kaum fressen. Erst wenn sich das neue Temperaturniveau ein paar Tage eingepegelt hat, lohnt auch hier wieder ein Versuch.

Die Fressfenster sind allerdings noch immer recht klein. Ab Einbruch der Dunkelheit steigen die Chancen einen der Stachelträger zu erwischen.

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Mit einiges an Ausdauer und Vertrauen in den Angelplatz kommt man den winterträgen Fischen auf die Spur. Zugegeben: Das Spinnangeln in der Dunkelheit und dazu noch bei Kühlschranktemperaturen, hab ich noch nie gemocht. Aber manchmal komm ich nicht drum herum, wenn ich im Fluss oder Kanal einen Zander dingfest machen will.

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In Seen ist auch die Mittagszeit eine gute Phase, in der die Fische fressen. Je tiefer und trüber das Gewässer, desto besser. Auch wenn der Winter angeklopft hat, erwarte ich für die nächste und übernächste Woche den Einfluss von milderem Wetter. Dann steigt auch wieder die Aktivität der Fische und damit ihr Appetit.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH und CEO von Zanderkant.de. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen, einem gratis E-Mail-Videokurs und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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