Angeln im Eisschrank

Kurz vor der Messe FISCH & ANGEL zeigt sich unser Land von seiner frostigen Seite. Schließlich ist ja auch Winter und Temperaturen unter null normal. Die Wassertemperaturen sind dementsprechend ebenso knapp über null. Da die Stillgewässer an der Oberfläche zufrieren, bleiben für die ganz hartgesottenen Petrijünger, die sich chronisch unterangelt fühlen nur noch die Fließgewässer übrig, um ihrer Passion zu frönen. Vom frönen kann bei Temperaturen wie im Eisschrank aber kaum die Rede sein. Die Finger werden kalt und die Schnüre und damit auch die Rutenringe frieren ein.

Die Natur unterhalb der Wasseroberfläche kommt bei Frost fast zum Stillstand. Aber nur fast. Raubfische z.B sind noch immer für die Nahrungsaufnahme zu begeistern. Nur geht alles viel langsamer von statten, da Fische ja wechselwarm sind. Um einen kurzen Angelausflug jetzt noch mit einem Fang zu krönen, müssen Montagen her, die es uns ermöglichen den Köder sehr langsam, dicht über Grund präsentieren zu können. Die Dropshot-Montage ist so ein Beispiel.

Langsam wird der Verführer am Boden versetzt und dann einige Sekunden an gespannter Leine verweilen gelassen. Dabei taumelt er, durch das Gewicht des Hakens langsam zu Boden. Oder bleibt stehen, wenn man schwimmende Gummifische verwendet, so wie der auf dem Bild.

Tony Wetzel aus der Nähe der Stadt Brandenburg hat mit seinem Cousin Danny tolle Ergebnisse mit dieser Zeitlupentechnik im Winter erfahren und auch mich damit angesteckt.

Der vom Blei getrennte und damit schwerelose Köder, gelangt auch bei wenig Ansaugdruck von Barschen und Zandern ins Maul und der Haken kann super fassen. Beim Angeln hat sich aber gezeigt, dass man die meisten Bisse nicht spürt, obwohl sie voll genommen haben.

Ich bin ja bekanntlich eher ein Freund des klassischen Jigkopfes, doch konnte ich mich ebenso von der Effektivität dieses einfachen und auch recht bekannten DS-Rigs für den Winter überzeugen. Denn jede Methode hat ihre Berechtigung. Aber alles zu seiner Zeit.

Aktuell ist es allerdings noch frostiger geworden. Zu frostig für das Material, denn die Ringe müssen vor jedem neuen Wurf enteist werden. Das ist nicht gut fürs Gerät. Besonders die Schnüre leiden. Da ist es drinnen doch viel angenehmer. Vom 31.2. bis 5.2. findet ja die FISCH & ANGEL in den Westfalenhallen Dortmund statt. Ich werde vom 3. – 5.2. täglich um 17 Uhr auf der Messe sein, um meinen Vortrag über die Faszination Zanderangeln „Fangen in jedem Gewässer“ zu halten. Wäre schön wenn man sich dort mal trifft und nach dem Vortrag einen kleinen Plausch hält.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns.

Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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