Zandersaisonende nach Maß

Seit 1. April treten die Zander auch im Nordosten des Landes ihre verdiente Schonzeit an. Das irritiert besonders viele Süd- und Mitteldeutsche, wo die Raubfische bereits viel länger geschont sind.

Der Frühling kommt nicht überall am gleichen Tag. Während die Wassertemperaturen im Südwesten oder im warmen Rheingraben bereits Mitte März an der 10 Grad Marke kratzten und die Bäume austrieben, herrschten im Norden oder im Mittelgebirge noch grau kalte Tristesse.

So ist es logisch, dass dort die Schonzeiten an die lokalen Bedingungen angepasst sind. Ich glaube, ich war noch nie so oft zum Angeln draußen wie in diesem März. Erstens hatte ich mir ein schweres Revier ausgesucht, welches mich einige Schneidertage kostete, mich aber auch reich mit kapitalen Zandern belohnte.

Zweitens wollte ich die Entwicklung der Natur während des März einmal komplett beobachten und verstehen. Nun weiß ich genau wann die Hechte laichen und dass ich sie zu der Zeit nicht mal mehr als Beifang habe, da sie während dessen nicht beißen. Und habe gelernt, dass die Zander bis Ende März noch nicht in Laichstimmung sind. Auch ein Besuch an der Küste beim Team Bodden-Angeln, die sich nun auch intensiver mit dem Zander auf den riesigen Wasserflächen beschäftigen, zeigte, dass da bis Ende März nichts passiert.

Die Zander waren in den letzten zwei Märzwochen in guter Fresslaune und ramponierten anständig unsere Erfolgsköder.

Einmal gefunden, waren sogar Doppeldrills aus der Drift möglich wie das sympathische Team vom A.S.O, dem Angelservice Oberbayern zeigte.

Während im Südwesten im T-Shirt gegrillt wurde, herrschten an der Küste noch Tage mit ruppigem Wetter, wo die man es nur dick eingepackt aushielt und die Wassertemperaturen nur sehr langsam anstiegen.

Was ich beobachten konnte: die Zander beginnen bei einer Wassertemperatur zwischen 6 und 8 Grad so richtig mit dem Ziehen und Fressen. Ab 12 Grad beginnt dann ihr Laichgeschäft. Aber das war Ende März noch nicht soweit.

Jetzt ist bis Juni für mich meine persönliche Zanderschonzeit. Besonders sensibel ist die Zeit Anfang Mai, weil die Milchner nach dem Laichen für ca. 14 Tage das Gelege bewachen. Ich wünsche ihnen viel Erfolg dabei.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

Kommentare (1)

  1. Hallo!

    Tolle Zander sind das geworden!

    LG,

    Peter

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