Strom trotz Winter

Mit dem Winter werde ich als Spinnfischer, im wahrsten Sinne des Wortes wohl nie wo richtig warm.

Den Fischen geht es ähnlich, denn je kälter, desto langsamer ihre Bewegungen unter Wasser.
Daher sinkt auch die Aktivität und sie fressen auch viel weniger.

Wird es allerdings mild, steigt auch die Aktivität und die Chancen auf Bisse nehmen wieder zu.

Zur letzten FISCH & ANGEL war Deutschland temperaturtechnisch in zwei Hälften geteilt. Der Osten durch Kontinentalklimaeinfluss frostig kalt, der Westen durch Einfluss maritimen Klimas mild.
Da ich Werkstattbedingt meinen Aufenthalt nach der Messe verlängern musste, nutze ich die Chance am nicht allzu weit entfernten Niederrhein zu fischen. Die Tagestemperaturen von rund 8 bis 12 grad luden auch sehr dazu ein. Ich traf mich am Montag nach der Messe mit Christian und Lucas von der Fishing-Connection-Niederrhein, um eins für uns beide neues Revier zu erkunden, von dem ich aber schon viel über den grandiosen Fischreichtum gehört habe. Die Merwede im Rheindelta.

Dort spaltet sich der schnell fließende Rhein auf und strömt wesentlich langsamer durch die Landschaft. Laut Theorie eigentlich ideal, für den Wintereinstand, da dort kaum Strömungsdruck herrscht. Wir betraten die ersten Krippen und erarbeiteten uns die ersten Strukturen im neuen Revier. Anfasser! Da hatte sich ein Zander durch dir Neugier an meinem Köder verraten. Doch war es Christian, dessen Rute an diesem Tag zuerst krumm ging.
Dabei kam ein kapitaler Hecht von 104cm Länge ans Ufer. Nochmal meinen Glückwunsch zu deinem neuen personal-best Hecht. 

Den restlichen Nachmittag gab es neben einem kleinen Hecht bei mir, nichts mehr zu holen. Da kommt man ins Zweifeln und beginnt damit über die Gründe zu philosophieren. Wetter war top. Die Plätze fühlten sich auch gut an. Aber so ist das manchmal mit dem Angeln. Man steckt nicht immer drin und steigt auch nie komplett dahinter!

Da ich noch immer mit dem Leihwagen festhing und auf die Reparatur wartete, konnte ich am Morgen des Folgetages noch mal allein losziehen. Diesmal steuerte ich eine Buhnenkette im schnellströmenden Rhein an. Volltreffer! Dort gelang es mir in nur kurzer Zeit gleich 8 feiste Zander bis knapp 70cm Länge zu erwischen.

Sehr spannend, dass sich die Fische im Winter an der stark strömenden Strecke einstellen und dort die langsam präsentierten Köder sehr aggressiv nahmen, während in der ruhigen und gleich tiefen Strecke, die Fänge ausbleiben. Das zeigt, dass sie sich auch im kalten Wasser, bei geringem Stoffwechsel nicht an stark strömenden Wasser stören. Die Natur fasziniert uns immer wieder und vieles, von dem wir glauben es genau zu wissen, entpuppt sich in Wahrheit als ganz anders. Aber wie gesagt. Man steckt halt nicht immer drin und das ist auch irgendwie gut so, liebe Leser.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

Kommentare (1)

  1. Hallo!

    Was denn? Ein 104 cm-Hecht? Wahnsinn!

    LG,

    Peter

    Antworten

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