Junimond

Der Juni gehört anglerisch für mich zu den besten des ganzen Jahres. In diesem Monat versuche ich so oft es geht am Wasser zu sein. Denn einfacher als zu dieser Zeit wird’s nimmer!
Besonders der Zander dreht in dieser Phase richtig durch und von überall verkünden die Angler frohlockend ihre Erfolgsmeldung mit zum Teil kapitalen Fischen.
Auch ich erlebte einen phänomenalen Start auf der Elbe und konnte am 6.Juni in 2 Stunden angeln gleich drei schöne Zander von 60, 78 und 87cm landen. Eine unvergessliche Sternstunde.
Aber auch in der als heikel geltenden Spree in Berlin hatte ich das Glück an einem kurzen Trip einen tollen 65er Zander zu erwischen.


Schwierig sind nur die Phasen wenn ein Gewitter aufzieht und daher die Wetterlage schlagartig wechselt. Das mögen unsere Glasaugen gar nicht und schalten dann selbst im genialen Juni auf Durchzug.
Die 3 Tage vor bis 3 Tage nach dem Junivollmond sind die heißesten Tage, für den Fang von kapitalen Ausnahmezandern. Wer zum Junivollmond nicht draußen ist, dem ist nicht mehr zu helfen!
Diese Phase darf man nicht verpassen! Es gibt dann zwar nicht viele Bisse, aber es ist die Zeit wo die ganz dicken am besten reagieren. Drei Tage vor dem Vollmond fing ich diesen 87er…

… und am Vollmondtag erwischte ein Teilnehmer des jährlich unter meiner Leitung stattfindenden Zanderseminars an der Elbe bei Sachsen Anhalt diesen 92cm Kracher! Sein erster Zander überhaupt in seinem Leben, was mich besonders freut.

Am Tag vor dem Seminar nutze ich die Zeit für eine Ausfahrt mit dem Waller-Boot meines Kollegen Silvio Schranz auf der Elbe. Die Zander bissen nicht, was an der sehr drückenden, schwülen Luft lag. Erst als der Gewitterguss am Abend runter kam und die Luft regelrecht rein wusch, lief es wieder und der erste Zander konnte gelandet werden.


Aber richtig lief es nich mit den Stachelträgern. Am letzten Platz, einer flachenBuhne mit reichlich Rückstrom, dann ein Biss, der im hinteren Eck erfolgte, wo das Wasser behäbig schwallte. Der Fisch ließ sich sehr leicht heran pumpen und legte sich dann direkt am Boot in die Strömung am Grund ab. Nix ging mehr!
Als ich den Druck erhöhte schlug er mächtig ins Gerät, sodass es nur ein Waller sein konnte, der sich hier an meinem 12cm Zanderkant-Kauli vergriff. Geistesgegenwärtig lifteten wir den Anker und drifteten mit dem schweren Fisch im Drill stromab. Nur so hat man mit dem Zandergerät an der 0,12mm Schnur eine Chance den Fisch zu landen, ohne das dieser in die nächste Buhne flüchten kann, wobei er meist die empfindliche Schnur an den Steinen abfetzt.
Die Landung glückte und mit 1,34m war dieser Fisch ein toller Abschluss eines nicht einfachen Tages.

Im Juni geht richtig was, wenn man die richtigen Wetterlagen abpasst. Daher rate ich allen rauszugehen. 

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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