Heiße Drills in Thailand

Thailand ist weniger als Reiseziel für Angler bekannt. Es lockt eher mit Traumstränden und den verrückten Nächten in Bangkok. Dennoch konnte ich mir dort eine Art anglerischen Kindheitstraum erfüllen.

Früher schaute ich oft die spannende TV-Sendung „Unterwegs mit Malcolm Douglas“. Besonders fasziniert haben mich die herrlichen Barramundis. Erinnern sie doch sehr an unsere heimischen Arten Zander und Barsch. Seit vielen Jahren habe ich nun schon den Traum diesen Fisch einmal selbst zu fangen. In der Nähe der Südostasiatischen Metropole Bangkok gibt es viele Möglichkeiten sich anglerisch auszutoben. Dazu haben die Thais unzählige Fishing-Lakes, also Put & Take Gewässer angelegt. Mein Anglerischer Anspruch ist es zwar immer neue Arten in ihrer natürlichen Umgebung zu beangeln, aber dies ist beim Barramundi nur in Nordaustralien möglich. Es gibt zwar auch Bestände auf den Philippinen, Malaysia und Thailand, doch diese sind nicht so üppig, stark überfischt und man kommt schlecht auf eigene Faust an die Gewässer heran.

Kollege Veit Kazimiersch empfahl mir den einheimischen Guide „Badboy“, der mich für eine Tagestour vom Hotel abholte. Schon die ersten Würfe mit eigenen Ködern meiner Reiserute „Berkley Pulse Shad“ brachten Kontakt. Flottes Jiggen gefällt den spritzigen Warmwasserfischen anscheinend sehr gut.

Die Bisse schlagen brutal in die Absinkphase ein und gehen nahtlos in einen harten run über. Meine 3000er Shimano Vanquish Rolle klatschte kreischend Beifall!

Wahnsinn welche Kräfte ein Barra im Sprung freisetzt!

Sein Stachelkamm auf dem Rücken, die Schuppen wie aus Porzellan. Ein einfach wunderschöner Fisch! Mein erster gelandeter Barra wog ca. 15 Pfund. Ein Hammer Fisch und ein Erlebnis, welches mich mehr als glücklich machte. Anglerischer Kindheitstraum erfüllt.

Malcolm würde über die Teichanlage nur Schmunzeln. Denn Barras leben im Salz und im Süßwasser und schießen mit der Tide die Flüssmündungen hinauf. Wirklich beindruckende Tiere.

Ich konnte an diesem Tag gleich mehrere dieser tollen Fische drillen und fangen. Auf meine mitgebrachten Gummiköder und die angewandten Techniken sprangen sie sehr gut an.

Barramundis haben einen messerscharfen Kiemendeckel, der nicht nur zu schwache Vorfächer kappt, sondern auch kreuzgefährlich für Anglerhände ist. Daher ist es ratsam diese spritzigen Räuber mit einem Bogagrip zu landen. Ich bin kein Fan von diesen Teilen, da sie den Fisch oft verletzen. Den harten Mäulern der Barras macht es nichts aus. Schonen aber den Angler.

Eine weitere spannende Fischart ist der Snakehead. Dieser wird mit lipless crankbaits, die anständig rasseln, rasant über den Boden gerattert. Eine ganz andere angelei, aber auf ihre Weise sehr spannend. Mehr dazu in Bild und Film auf einer FISCH & FANG Ausgabe in 2017.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

Kommentare (1)

  1. Hi Sebastian,

    das hört sich nach einem gelungenen Angeltrip an :) Ich war vor 2 Jahren auch in Thaliand. Leider hatte ich dort keine Gelegenheit die hiesigen Fische zu angeln. Das hat bestimmt Spaß gemacht! Die Bermudas sind ja wahre Prachtstücke!! Glückwunsch und Petri Heil!

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