Hecht-Tanz in den Mai

Auf den ersten Mai fiebern die meisten Raubfischfans jedes Jahr schon lange hin. Wohl keiner so sehr wie mein Kollege Max Scheffler, Alias Fischers Maxe. Er rutscht den ganzen April bereits nervös in kribbeliger Vorfreude auf diesen Stichtag auf seinem Stuhl hin und her und seine Jerkbaits sind bereits voller Fettflecke, da er sie schon wieder neu in die Kiste einsortiert hat.
Auch wenn durch den Föderalen Irrsinn die Schonzeiten in unserem Land extrem unterschiedlich ausfallen und z.B. in Brandenburg der Hecht bereits ab dem 1. April offen ist, liegt eines seiner Lieblingsreviere in einem Gebiet, wo im April noch Schonzeitfrieden für die Räuber herrscht. Doch am ersten Mai wurde die lange Ruhe zerstört. Aber massiv!

Die Köder schlugen auf die Wasseroberfläche auf und brachten die Hechte in Aufregung.
Ob sie zum lang ersehnten Stichtag überhaupt in Beißlaune sein würden, war bis zum Schluss fraglich. Der fiese, kalte April haute in der sich gerade entwickelnden Natur nämlich anständig die Bremse rein. Ein solcher Kälteschock verhagelte nämlich den ersten Mai 2016, wo die Hechte alles andere als bissig waren. Auch 2017 spürten wir die Auswirkungen des zu kalten Aprils noch. Denn sie Hechte standen nicht flach, sondern tiefer an den Kanten. Doch dank des bereits 3 tägigen milden Wetters, drehten sie anständig durch, als die ersten Köder über ihren Köpfen ihren Bahnen zogen.

Meine ersten drei Fische an diesem ersten Mai waren alle über 80cm! Ein Wahnsinn.

Langsam, linear gekurbelte Gummifische, die über tiefer liegendem Kraut liefen waren morgens das Zaubermittel.

Max, der seine ganze Vorfreude auf diesen Tag auf einmal entlud, war außer Rand und Band und vertrimmte die schön gezeichneten Fische so richtig und konnte neben vielen 80+ Hechten…

…auch seinen neuen See „personal best“ bejubeln. Mit 97cm ein Traumfisch, dem er in dem Natursee schon lang auf der Spur ist.

Eine Maschine, die nach dem Anhieb einfach nur wie ein schwerer Balken quer in seiner Rute stand. Unvergesslich die Szenen, die sich dann bis zum Messen abspielten. Das ist Angeln im Allgemeinen und Hechtangeln im speziellen! Ich bedanke mich hiermit nochmal Teil dieser Tour, die mit 34 Hechten zu Ende ging, gewesen zu sein und deine Euphorie miterleben zu dürfen.

Die fängigsten Köder waren der 16cm Zanderkant-Megakauli im Dekor Gürkchen, die 15er Roach von TockSucht, Ein 16er FOX Shad und sinkende Jerkbaits von La Gazo.

Auch andere Petrijünger feierten ihre Erfolge, obwohl der 1. Mai vom Fangergebnis her sehr unterschiedlich ausgefallen ist. Der zum Teil sehr böige Wind, hat an vielen Gewässern den Start in die Hechtsaison vermiest. Nur dort wo man im Windschatten eines Tals etwas geschützt war, konnte anständig gedrillt werden.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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