Großer Köder – Großer Zander?

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Natürlich ist der Weg zum Großzander beschwerlich und verlangt dem versierten Spinnfischer vor allem eines ab: Ausdauer. Für die Köderwahl sollte man wissen: Zander sind keine Hechte. Sie unterscheiden sich vor allem darin, selektiv zu jagen und ein bestimmtes Beuteschema zu verfolgen. Ein Leben lang. Meine Beobachtungen und Erfahrungen von den verschiedensten Revieren zeigen, dass man mit kompakten Ködern alle Altersklassen einer Zanderpopulation gleichermaßen effektiv befischen kann.

Kleine Beute ist leichter zu schlagen und kommt in Schwärmen vor, die sich im Trupp zusammentreiben lassen. Zander sind eben darauf spezialisiert selektiv zu fressen und zu jagen. Wenn ich Küchenfische ausnehme finde ich in Zandern immer nur kleine Fischchen, wogegen ich bei Hechten erstaunt feststelle was diese für große Beute verschlingen. Warum man aber viel seltener einen Kapitalen Zander dingfest macht liegt vor allem daran, dass diese Exemplare viel seltener sind.

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Vor allem weil nicht jeder Zander genetisch so veranlagt ist eine kapitale Größe zu erreichen. Bei den Milchnern z.B. knackt kaum einer die 80er Marke. Außerdem fressen kapitale weniger, da sie mit der Nahrung nur ihre Lebensfunktionen aufrechterhalten und keinen Körperzuwachs meistern müssen. Das heißt, man muss zur richtigen Zeit fischen gehen.

Kapitale sind meiner Erfahrung nach auch keine Einzelgänger. Von daher ist es ratsam einen bekannten Zanderspot, an dem regelmäßig Fische gefangen werden, ausdauernd zu beackern. Nur so lässt sich die meist kurze Phase abpassen, in der ein kapitaler überhaupt empfänglich für unseren Köder ist. Ob in diesem heiklen Moment ein großer Gummilatschen, oder ein handlanges Gummifischchen angeboten wird spielt keine Rolle. Auf beide Modelle wird der Biss erfolgen. Nur macht man sich das Leben mit Großködern nur unnötig schwer. Man fängt keinen Kapitalen mehr der nicht auch den kleinen Shad genommen hätte und verpasst dazu noch jede Menge spannender Bisse und Drills von mittleren Zandern und guten Barschen. Außerdem ist es auf Dauer viel anstrengender den schweren Großköder zu werfen und zu führen. Vor allem in Flüssen. Die Fehlbissquote auf Monstergummis ist ebenfalls deutlich höher, was bei den insgesamt wenigeren Attacken sehr ärgerlich ist. Sie sind eben viel schlechter zu bewältigen.

Bei einem kompakten Shad bringt man den Haken deutlich sicherer im Maul des Giganten unter und kann dabei getrost auf die Montage eines Zusatzdrillings verzichten und damit auch schonender Angeln.

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Fazit: Wer ganz selektiv auf Großzander angeln will, kann den Gummilatschen getrost verwenden, um an den kleineren Zandern im Schwarm vorbeizufischen. Wird aber allein deswegen keinen großen mehr fangen.

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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