Frühe, wilde Hechte

Die Wassertemperaturen lagen unter der Oberfläche letzte Woche im Gebiet der Müritzfischer in Mecklenburg bei 4,5 bis 6,5 Grad. (je nach Größe und Trübung des Gewässers) Wir hatten uns einen Tag mit den Hechten beschäftigt, die laut Aussagen von Fachleuten vor Ort ab ca. 8 Grad Wassertemperatur ihr Laichgeschäft im flachen Wasser beginnen.

Vor dem Laichen verhalten sich die pfeilschnellen Jäger nicht anders, als sonst. Sie sind launisch, zeigen bestimmte Beißphasen, die es zu treffen gilt und sind nicht leichter zu fangen als sonst.
Bekommt man einen an den Haken, geben sie im Drill alles und sind ein spritziger Gegner. Hechte mögen kaltes Wasser!

Hechtangeln macht einfach Laune und ist jedem zu empfehlen der auf rabiate Bisse steht. Oft wird der präsentierte Verführer in voller Bewegung aus seiner Laufbahn gerissen und komplett übergriffen.

In vielen Teilen des Landes hat der Hecht aktuell Schonzeit. Da es in den Gewässern der Müritzfischer keine Hechtschonzeit, dafür aber ein Entnahmefenster gibt, bekommt man als Angler einmal die Gelegenheit einen Einblick über das Verhalten von Meister Esox in dieser speziellen Zeit des Jahres zu erhalten.
Obwohl die Laichzeit der gefleckten Jäger kurz bevor steht, haben wir im flachen Wasser keine großen Rogner ausmachen können. Sie sind noch auf Wintermodus getrimmt. Größer als 65cm haben wir im flachen Wasser nicht ans Band bekommen.
Als wir es mit Driftfischen im Freiwasser über 12m Tiefe versuchten, kam der Einschlag bei Kollege Max auf einen 16cm Megakauli am 25g Kopf. Da waren sie, die dicken Rogner. Weit von den Laichgefilden entfernt.

Der Köder wurde frontal bei vollem Lauf auf mittlerer Lauftiefe aggressiv attackiert. Der sehr hochbogige Zanderkant-Greifer in 6/0 hat den Zugriff sauber pariert und sich im Häutchen des Maulwinkels festgesetzt. Hier sieht man gut, dass ein vorsichtig geführter Drill in diesem Fall entscheidend war, um den schweren Fisch nicht durch ausschlitzen zu verlieren. Baut man in den ersten Sekunden nach dem Haken zu viel Druck auf, können solche prachtvollen Fische verloren gehen.

Bis zum Mai werden wir uns nun von den Hechten verabschieden, die beim nächsten Temperaturanstieg wohl Ende März überall mit dem Laichen im flachen beschäftigt sein werden und dann auch das Jagen einstellen. Wünschen wir ihnen Ruhe und gutes Gelingen. Aber die Natur macht das schon. ;)

Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

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