Ansitzangeln vs. Spinnfischen

Was viele nicht wissen ist, dass ich meine ersten 4 Zanderanglerjahre ausschließlich damit verbrachte, meinem Lieblingszielfisch stationär mit dem Köderfisch nachzustellen.

Von 1998 bis 2001 gab es für mich nichts anderes, als mit Liege und Schlafsack unter einem Überwurf zu liegen und die Nächte anzusitzen. Oft auch über ein ganzes Wochenende. Erst 2002 begann ich mich intensiver mit den Gummifischangeln zu beschäftigen.  Der Trend geht immer weiter weg vom Ansitz mit Naturköder.

Hier habe ich eine Auflistung, als Schlagabtausch zwischen den beiden effizienten Methoden, dargestellt.

Vorteile Ansitzangeln:
Aufmacher

  • Längeres und ausdauerndes Befischen eines interessanten Bereiches oder Hot-Spots – auch über Nacht und somit in vielen Gewässern der aktivsten Fressphase des Zanders, ohne eine Beißphase zu verpassen.
  • Man bietet den natürlichsten und unverfänglichsten Köder an den es gibt – den Köderfisch
  • Der Duft des Köders lockt Fische an den Angelplatz.
  • Gemütlichkeit und entspanntes Warten auf den Biss
  • weniger Fehlbisse

Nachteile Ansitzangeln:
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  • Großer Vorbereitungsaufwand (Besorgen von frischen Köderfischen)
  • Hoher Materialaufwand (Bissanzeiger, Rutenhalter, Rutenfutteral, Stuhl, Angelkiste usw.)
  • stark eingeschränkte Flexibilität
  • man benötigt deutlich mehr Gewässerkenntnis, um seine Köder punktgenau zu platzieren.
  • Man lernt sein Gewässer (Struktur und Untergrund) schlechter kennen.
  • Als Uferangler erreicht man entlegene Spots nur mit großer Mühe, oder unter Verwendung einer Sackkarre, um das benötigte Material an den Platz zu bringen.
  • Deutlich mehr Zeitaufwand denn bei einem Ansitz verbringt man viel mehr Zeit am Wasser.
  • Man fängt nur, wenn die Zander auch wirklich in Fresslaune bzw. auf Nahrungssuche sind
  • Durch schlucken des Hakens sind Fische die nicht der Verwertung bestimmt sind meist schlecht oder nicht zurücksetzbar.
  • weniger Bisse

Vorteile Spinnfischen:
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  • Hohe Flexibilität durch wenig Materialaufwand (Rute und Tasche genügen).
  • deutlich geringerer Vorbereitungsaufwand
  • Der Reiz des Köders verleitet auch wenig aktive Räuber zum Biss.
  • Neugierde und Jagdreflex bringen auch Bisse von eigentlich schon satten Fischen.
  • Man bekommt deutlich schneller einen Überblick über das Gewässer und seiner Struktur.
  • Man sucht die Fische aktiv und stößt dadurch schneller auf neue Spots.
  • Die Variationen sind schier unendlich und der Köder in einem Handgriff gewechselt.
  • Hohe Wurfweiten und damit ein effektiveres Befischen größerer Gewässerabschnitte
  • sofortige Bisserkennung und Verwandlung beim Einsatz des optimierten Gerätes.
  • Fische die einer Verwertung nicht zugeführt werden wollen, sind schneller und schonender vom Hanken zu befreien.

Nachteile Spinnfischen:
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  • Schnellere Ermüdung des Anglers durch körperliche Anstrengung und dauerhafte Konzentration auf die Führung des Köders.
  • Fehlkäufe und fischen von unpassenden Ködern an bestimmten Revieren, die zu einem Schneidertag führen können
  • Die Ruten sind nur fangfähig wenn der Angler aktiv und konzentriert fischt.

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Über den Autor

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel ist Redaktionsmitarbeiter bei den Fachmagazinen FISCH & FANG und DER RAUBFISCH. 1984 im beschaulichen Westerzgebirge geboren, kam Sebastian mit 12 Jahren zum Angeln. Heute gibt der gelernte Forstwirt in spannenden Vorträgen auf Fachmessen und Seminaren Einblicke in seine Welt des Zanderangelns. Im Blog der FISCH & ANGEL schreibt Sebastian über seine Praxiserfahrungen und gibt wertvolle Tipps.

Kommentare (1)

  1. Super Beitrag. Bestimmt sehr hilfreich für Anfänger. Ich habe bisher immer bessere Angeltage beim Ansitzangeln gehabt. Zumindest beim Zander fischen. Beim Forellenangeln sieht es genau anders aus :D

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